Life of the Amazonia
von Jamie Bloom
Strohmann Games / Bad Comet (Redaktion: Lucya Lee, Marcel Straub)
Illustration: Sophia Kang
Hergestellt in China
ca. 73 €
1 bis 4 SpielerInnen (besser: 2)
Schwierigkeit ◼◼◼◻
Jahrgang 2026
Eine Mischung aus Quacksalber von Quedlinburg und Cascadia – diese Beschreibung ist oft zu hören. Und sie liegt gar nicht so falsch: eine bildschöne Ausstattung, eine vor mir nach und nach entstehende Tierwelt, plus das „Bag Building“ aus Quacksalber. Gemeint ist die Spielidee, dass man sich nach und nach einen Satz von immer wertvolleren Plättchen „zusammenbaut“, so dass beim Nachziehen aus dem Stoffbeutel bessere Aktionen möglich werden. Das fängt recht gemütlich an und sorgt anschließend für einen tollen Spannungsbogen – das macht bei Amazonia sehr viel Freude.
Gleichwohl ist Amazonia für die Fans von Quacksalber und Cascadia nicht automatisch eine Empfehlung. Denn man sollte weitaus mehr Spielerfahrung besitzen. Life of the Amazonia schafft es leider nicht, sich auf den Kern dessen zu konzentrieren, was das Spiel auszeichnet. Dazu kommt ein wackliger 3D-Aufbau, bei dem unsere Pöppel im Wettstreit auf drei Leisten nach vorne rücken – so entsteht etwas Interaktion, obwohl sie für das Spiel im Grunde nicht nötig wäre. Zudem gibt es viele Spielkarten, aus denen man sich eine aussuchen kann, um die blauen Plättchen gut zu nutzen. Leider entpuppt sich das eher als spielerischer Ballast denn als notwendiges Element. Wer sich ernsthaft mit den Karten befasst, braucht dafür Zeit – und das ist oft ziemlich nutzlose Wartezeit für die Mitspielenden.
Daher ist Amazonia guten Gewissens nur als Zwei-Personen-Spiel zu empfehlen – vielleicht noch zu dritt, wenn sich alle beeilen. Eine Empfehlung ist es aber: eine ganz besondere sogar.
Rating: 8/10 ⚄ ⇗
©Harald Schrapers· games we play · 2026