games we play

Dewan

5 von 6 von Johannes Goupy und Yoann Levet

Space Cowboys (Vertrieb: Asmodee)

Illustration: Arthus Pilorget

Hergestellt in China

2 bis 4 SpielerInnen

Schwierigkeit ◼◼◻◻

Jahrgang 2026

Wer Vergleiche mag, kann sich Dewan wie Zug um Zug vorstellen. Entweder zieht man zwei Karten aus der Auslage. Oder man spielt die notwendige Anzahl Karten in der passenden Farbe aus, um auf dem Spielplan einen Ort zu erreichen – und dabei idealerweise ein Ziel zu erfüllen. Zug um Zug ist allerdings das deutlich thematischere Spiel, was den Einstieg erleichtert, und es kommt mit weniger Regeln aus. Dewan wirkt abstrakter und bewegt sich insgesamt klar auf Kennerspielniveau.

Zu Beginn wählt man ein ausliegendes Zielplättchen, später kommen bis zu drei weitere hinzu. Um ein Ziel zu erfüllen, müssen jeweils mehrere Bedingungen erfüllt sein. Ein Beispiel: Ich muss meine Spielfiguren – die Lager – in drei grünen Zonen und zusätzlich neben zwei schwarzen Symbolen platziert haben.

Sobald ich mein zweites Lager eingesetzt habe, suche ich mir mein zweites Ziel aus fünf ausliegenden Plättchen aus. Jetzt beginnt die Suche nach Synergien: Idealerweise wähle ich ein Ziel, bei dem ich bereits gesetzte Lager auf grünem Terrain oder neben schwarzen Artefakten weiterverwenden kann.

Taktisches Geschick ist gefragt, um mit möglichst wenigen Karten neue Lager zu errichten. Blaue Wasserflächen lassen sich dabei als Abkürzung nutzen, da man auch längere Strecken über Wasser mit nur einer blauen Karte überwinden kann. Das eröffnet reizvolle Planungsmöglichkeiten.

Strategisch wichtig ist zudem, dass das Spiel abrupt enden kann. Es wird nicht darauf geachtet, dass alle gleich viele Lager verbauen dürfen. Sobald jemand sein neuntes Lager setzt, wird die Schlussrunde eingeläutet. Auch hier drängt sich der Vergleich zu Zug um Zug auf. Wer nicht aufmerksam plant, verliert unter Umständen viele Punkte, weil er mit einer längeren Partie gerechnet hat. Es kann passieren, dass man am Ende mehrere Ziele knapp verfehlt – etwa weil genau ein Lager auf grünem Terrain fehlt. Das fühlt sich mitunter ungerecht an. Gleichzeitig liegt genau darin die Herausforderung für diejenigen, die das Spiel strategisch durchdringen: effizient spielen und keinen Schritt verschenken.

Durch den gemeinsamen Spielplan, der in jeder Partie anders aufgebaut wird, entsteht eine spürbare Interaktion. Immer wieder wird ein gewünschter Lagerplatz von jemand anderem besetzt, sodass man umplanen muss. Dieser direkte Einfluss gefällt mir gut und sorgt für einen lebendigen Spielverlauf.

Rating: 8/10 ⚄ ⇗

© · games we play 2026