Dindex
Demokratie steht auf dem Spiel
von Lars-Michael Stock
Illustration: Anna Spies
Hergestellt in Deutschland
ca. 24 €
2 bis 7 SpielerInnen (besser: 4 bis 7)
Schwierigkeit ◼◼◼◻
Jahrgang 2026
Die Demokratie steht auf dem Spiel, postuliert Dindex. Immer wieder richten wir den bangen Blick auf den „Demokratie-Index“, ein Kartendeck, das im Verlauf der Partie auf- und abgestapelt wird. Demokratie, Populismus, Extremismus: Die politische Lage kann sich in verschiedene Richtungen entwickeln. Manchmal gelingt es uns, sie zu stabilisieren. Doch wollen wir das überhaupt?
Das entscheiden verdeckt verteilte Rollenkarten. Dindex hat deutliche Werwölfe-Anleihen: Einige von uns sind Oligarchen, die die Demokratie zugrunde richten wollen. Sie gewinnen, wenn der Dindex die Oligarchie-Stufe erreicht oder sie im richtigen Moment die Machtergreifung ausspielen. Die übrigen Spielenden siegen durch erfolgreiche Regierungsarbeit.
Wir repräsentieren Parteien mit unterschiedlichen Kernkompetenzen. Die Mehrheitspartei muss eine Regierung bilden und dafür andere Parteien einbinden. Der designierte Kanzler verteilt fünf Ministerien. Passen deren Aufgaben zu den Kompetenzen der Parteien, lassen sich Krisen leichter bewältigen. Allerdings bringt ein gut vergebenes Ministerium der begünstigten Partei genauso viele Punkte wie das Kanzleramt. Das hilft der Demokratie, aber nicht immer den eigenen Interessen.
Schade nur, dass sich das Spiel gelegentlich zieht. Deshalb greifen wir gern zur kurzen Variante: Sie beginnt nicht in der Demokratie, sondern leider direkt im Extremismus. Auch die 30‑seitige Anleitung erschwert den Einstieg. Umso bemerkenswerter und ausdrücklich lobenswert ist das Engagement von Autor Lars-Michael Stock und dem AdveRunde Spieleverlag für die Demokratie. Dindex behandelt ein wichtiges Thema und sorgt dabei für einige bemerkenswerte spielerische Momente.
Rating: 6/10 ⚃ ⇒
Harald Schrapers
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Eine Besprechung von Dindex befindet sich im Magazin spielbox 3/2026.