Dito!
Das Gleiche denken oder Punkte verschenken
von Martin Ang
Game Factory (Redaktion: Rico Gadola, Lizenz: Tabletoys, Vertrieb: Carletto)
Hergestellt in China
ca. 28 €
3 bis 7 SpielerInnen (besser: 4 bis 7)
Schwierigkeit ◼◼◻◻
Jahrgang 2026
Dito ist ein wunderbares Wortspiel, das in Indonesien entwickelt wurde und bei dem unsere Antworten „matchen“ müssen. Länder, die für Tourismus bekannt sind? Spanien, Italien und Kroatien! Bei Spanien und Italien rufen fast alle Mitspielenden „dito“. Bei Kroatien spekuliert man hingegen darauf, dass nur eine andere Person das Land ebenfalls aufgeschrieben hat. Dann gäbe es nämlich nicht nur einen Siegpunkt, sondern gleich drei.
Eigentlich soll Dito ein ganz lockeres Kommunikationsspiel sein. Aber dann so strenge Regeln? Holland und Niederlande, Geige und Instrument – da könnte man doch eigentlich großzügig sein. Nein: Holland ist nur ein Teil der Niederlande, und nur Geige und Violine gelten als Synonyme.
Diese Strenge ist nötig, weil Dito – anders als etwa Just One – kein kooperatives Spiel ist. Wenn man nicht im Wettbewerb zueinander steht, kann man bei der Auslegung der Regeln großzügig sein. Gerade spielunerfahrene Leute, die Spiele oft nur aus TV-Gameshows kennen, nehmen den Sieg jedoch sehr ernst – selbst wenn es keine Millionen zu gewinnen gibt – und neigen dazu, um jeden kleinen Vorteil zu kämpfen und Diskussionen anzuzetteln.
Solche Debatten sind dann kein Problem, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt stattfinden. Doch wer wiederholt und penetrant „dito“ in den Raum ruft, obwohl sein Begriff kein hundertprozentiges Synonym ist, unterläuft eine spannende Regel: Man muss sehr genau auswählen, in welcher Reihenfolge man seine Begriffe vorliest. Da am Ende durchaus ein oder zwei Wörter nicht mehr genannt werden können, weil eine Mitspielerin ihre Begriffe bereits komplett abgearbeitet hat, sollten zuerst diejenigen mit der höchsten Trefferchance genannt werden. Die anderen müssen vorerst geheim bleiben.
Auch wenn man die Spielenden daher gelegentlich zu etwas Disziplin ermahnen muss, ist Dito ein außerordentlich unterhaltsames Spiel. Rund 400 sehr schön ausgewählte Kategorien – man darf sich immer eine von zweien aussuchen – bilden die Grundlage. Die Wertungsregeln, zu denen noch eine bingoähnliche Reihen- und Spaltenwertung kommt, sind sehr einfach, aber zugleich so gut durchdacht, dass sie neben aller Kreativität auch kleine taktische Entscheidungen erlauben.
Rating: 8/10 ⚄ ⇑
© Harald Schrapers · games we play 2026