Fromage
von Ben Rosset und Matthew O’Malley
R2i (Redaktion: Andrew Nerger, Jeffrey Chin, Veronika Stallmann u.a., Vertrieb: Asmodee)
Illustration: Pavel Zhovba
Hergestellt in China
ca. 62 €
1 bis 4 SpielerInnen (besser: 2 bis 4)
Schwierigkeit ◼◼◻◻
Jahrgang 2026
Der Aufbau ist beeindruckend. Das Spielbrett ist eine große, drehbare Scheibe, die nicht nur dekorativ ist, sondern auch sofort Aufmerksamkeit erregt. Nach jedem Zug wird sie um 90 Grad weiterbewegt, sodass immer ein anderer Quadrant vor uns steht. Dadurch ergeben sich auch andere Möglichkeiten, mit unseren Käsestücken eine Wertung auszulösen. Diese Rotation ersetzt den klassischen Rundenwechsel: Nicht wir wechseln die Perspektive, sondern das Spiel tut es für uns.
Mal müssen wir mit unseren Käsestücken Positionen in oder an verschiedenen französischen Regionen besetzen, um Mehrheiten zu erlangen, mal müssen wir möglichst viele Regale bestücken. Wir lernen unterschiedliche Wertungsmechanismen kennen, die eines gemeinsam haben. Viel Käse ist gut, besonders viel Käse wird noch einmal extra goutiert. Deshalb ist es nicht ratsam, sich gleichmäßig über alle Quadranten zu verteilen. Wer erfolgreich sein will, muss Schwerpunkte setzen.
Wichtig ist es, die eigenen Arbeiter, die Käser, im Blick zu behalten. Für die Herstellung von hochwertigem Käse bleibt ein Arbeiter auch schon einmal drei Zeiteinheiten lang gebunden, bevor er zurückkehrt. Nach einfacheren Aktionen steht er dagegen schneller wieder zur Verfügung. Das ist daran erkennbar, dass ich meinen Arbeiter genau dann zurückerhalte, wenn er nach der Drehung des Spielbretts in meine Richtung schaut. Ja, die Fromage-Macher haben aus der drehbaren Scheibe mechanisch einiges herausgeholt.
Aber trägt die Spielmechanik darüber hinaus? Durchaus. Allerdings sind keine wirklichen Besonderheiten oder Highlights zu entdecken. Fromage bedient sich im Kern vertrauter Elemente. Es ist ein einfaches Kennerspiel – die auf der Schachtel angegebene Altersempfehlung „ab 14 Jahren“ ist absurd zu hoch gegriffen – mit einem neuen „Dreh“.
Rating: 7/10 ⚃ ⇗
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