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Hot Streak

5 von 6von Jon Perry

Strohmann Games / CMYK (Redaktion: Alex Hague u.a.)

Illustration: Cécile Gariépy

Hergestellt in China

ca. 50 €

3 bis 8 SpielerInnen (besser: 5 bis 8)

Schwierigkeit ◼◻◻◻

Jahrgang 2026

Das Fohlen „Jünter“ in Mönchengladbach, Kumpel „Erwin“ auf Schalke, Biene „Emma“ in Dortmund oder das Zebra „Ennatz“ in Duisburg: Als so genannte Walking Acts kennt man Maskottchen aus den Fußballstadien. Dort treten sie meist recht zielsicher und freundlich winkend auf – auch wenn der Mensch im Kostüm erbärmlich schwitzt und durch den im Mundbereich versteckten Sehschlitz kaum etwas sehen kann.

In Hot Streak versuchen vier solcher Maskottchen, ein Rennen auszutragen – und verlieren aufgrund der Unförmigkeit ihrer Kostüme schnell die Orientierung. Statt brav in ihrer Bahn zu bleiben, drehen sie sich um, scheren aus, rempeln sich gegenseitig an, fallen hin und versuchen kriechend wieder Richtung Ziellinie zu gelangen.

Die um den Tisch sitzenden oder stehenden Mitspielenden – bis zu acht können teilnehmen – feuern die Maskottchen an. Schließlich haben sie zuvor auf ihre Favoriten gewettet. Zwei Wettscheine darf man sich vor dem Start sichern, nachdem man einen Blick auf die im Rennen befindlichen Karten werfen durfte. So sieht man ziemlich genau, dass sich der Bär Gobbler mitten im Rennen umdrehen und wieder zurücklaufen wird. Die Mum hingegen wirkt deutlich zielstrebiger. Wer auf sie wetten möchte, sollte deshalb schnell zugreifen. Denn die Wettscheine unterscheiden sich stark im Wert. Außerdem gibt es Nebenwetten, etwa darauf, ob ein Maskottchen k.o. geht, weil es liegend noch einmal angerempelt wird.

Das Spiel hat einfache Regeln, aber ein Kinderspiel ist es wahrlich nicht. Dass es mit der Altersangabe „ab 6“ vermarktet wird, ist höchst ärgerlich. Denn Hot Streak ist ein gutes Spiel, das für viel Stimmung sorgt – insbesondere wenn die Person, die die Karten des Rennstapels aufdeckt, dies mit etwas dramatischem Gespür tut. Der Einfluss auf den Rennverlauf ist überschaubar: Jede Person wählt lediglich eine ihrer Handkarten aus, die anschließend in den Rennstapel gemischt wird. Dennoch ist das Spiel spannend und unterhaltsam.

Auch die Aufmachung trägt viel zur Stimmung bei. Die Rennstrecke wird aus der ungewöhnlichen Schachtel wie eine Jalousie herausgezogen. Wenn der Kartenstapel leer ist, wird die Strecke verkürzt und umgeklappt, bevor der Stapel neu gemischt wird. In diesem Moment wirkt das Spiel ein wenig provisorisch.

Die vier Maskottchen – Gobbler der Bär, Hurley das Würstchen im Brötchen, Dangle der Fisch und Mum die britische Mumie – sehen genau so aus, wie Maskottchen eben aussehen: etwas unbeholfen, ein wenig albern und ziemlich charmant.

Dieses aufwändige Gesamtpaket kontrastiert allerdings ein wenig mit der extrem kurzen Spielzeit. Denn nach drei Wettrennen ist bereits Schluss – was selten länger als 20 Minuten dauert. Aber diese 20 Minuten haben es in sich: laut, chaotisch und sehr lustig.

Rating: 7/10 ⚄ ⇗

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