Morty Sorty Magic Shop
von Markus Slawitscheck
Schmidt Spiele (Redaktion: Anatol Dündar)
Illustration: David Cochard
Hergestellt in Deutschland
ca. 33 €
2 bis 4 SpielerInnen
Schwierigkeit ◼◼◻◻
Jahrgang 2026
Leichte Anklänge an den Würfelspielklassiker Qwixx vermittelt die Grundidee von Morty Sorty: Man muss nach und nach eine Ziffer in eine von drei Zeilen einsortieren, so dass sie am Ende von links nach rechts aufsteigend angeordnet ist. Der bemerkenswerte Unterschied: Es gibt keine sechsseitigen Würfel, sondern zweiseitige Plättchen. Diese werden aus einem geheimnisvollen Beutel gezogen und anschließend wie Würfel auf den Tisch geworfen.
Reihum nehmen sich alle Mitspielenden ein Plättchen. Es zeigt nicht nur eine Farbe, sondern auch ein Symbol und eine Deckelfarbe. Statt abstrakter Zeichen finden wir hier allerlei Zauberutensilien – etwa Alraunen oder Fliegenpilze –, die sich in kleinen Fläschchen befinden. Je nach Deckelfarbe dürfen diese in alle oder nur in das unterste Regal eingeräumt werden. Auf dem persönlichen Tableau sind drei Regale abgebildet, die wir bis zum Spielende möglichst ordentlich sortieren möchten.
Dabei verfolgen wir zwei unterschiedliche Ziele. Zum einen lohnt es sich, sich auf ein Symbol zu konzentrieren: Zehn Alraunen bringen beispielsweise 60 Siegpunkte. Zum anderen möchte man in den Spalten der drei Regale jeweils unterschiedliche Symbole untereinander haben. Gelingt das, darf man sich aus einer Auslage ein Jokerplättchen nehmen, mit dem sich mitunter sogar eine sehr befriedigende Kettenreaktion auslösen lässt. Das Austarieren der Anforderungen, Jokerplättchen zu bekommen und gleichzeitig bei den Punktwertungen zu brillieren, ist eine schöne Herausforderung.
Die Eleganz eines Qwixx erreicht Morty Sorty Magic Shop allerdings nicht. Dafür gibt es schlicht zu viele Wertungsmöglichkeiten zu beachten: Im Grundspiel sind es bereits fünf unterschiedliche Arten zu punkten. In der beiliegenden Erweiterung, die Morty Sorty auf Kennerspielniveau heben soll, sind es sogar acht unterschiedliche Wertungen – was den Eindruck eines recht abstrakten Konstrukts noch verstärkt.
Gespielt wird reihum, was aber meist trotzdem ohne größere Wartezeiten funktioniert, wenn sich die Spielenden in den Ablauf eingefunden haben. Ein kleines Ausrufezeichen setzt das Spielende: Da man nicht in den Plättchenbeutel hineinschauen darf, kommt das Ende überraschend. Ganz unvorhersehbar ist es allerdings nicht – schließlich kann man den Beutel von außen fühlen. Sicher sein kann man sich dennoch nicht.
Rating: 8/10 ⚄ ⇗
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