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Railroad Tiles

5 von 6

von Hjalmar Hach und Lorenzo Silva

Heidelbär Games / Horrible Guild (Redaktion: Renato Sasdelli, Sabine Machaczek)

Illustration: Marta Tranquilli, Francesco De Benedittis

Hergestellt in China

ca. 33 €

1 bis 4 SpielerInnen (besser: 2 bis 4)

Schwierigkeit ◼◻◻◻

Jahrgang 2026

Ein Legespiel, in dem man Straßen- und Schienenverbindungen bauen kann – ein bisschen so wie bei Carcassonne – ist zunächst einmal eine attraktive Angelegenheit. Denn die Idee, dass etwas aus der realen Lebenswelt vor einem entsteht, macht Freude. Railroad Tiles weiß das geschickt zu nutzen.

In jeder Runde darf man ein Paket aus zwei, drei oder vier Plättchen auswählen. Wer sich nur zwei nimmt, wird damit entschädigt, dass er in der nächsten Runde zuerst auswählen darf. Die Plättchen werden anschließend passend in die eigene Stadt eingebaut. Je nach Anzeige auf dem Plättchen darf man danach meist zwei kleine Holzfiguren nehmen – Eisenbahnen, Autos oder Fußgänger. Ob man sie sinnvoll einsetzen kann, hängt davon ab, ob man zuvor darauf geachtet hat, dass die Straßen oder Schienen genügend Stellen besitzen, an denen diese Figuren platziert werden dürfen.

Ziel ist es, dass die Eisenbahnen mit möglichst vielen anderen Eisenbahnen verbunden sind – und die Autos mit Autos. Fußgänger haben den Vorteil, an Bahnhöfen von der Straße auf die Schiene umsteigen zu können. Das ist eine schöne Idee.

Außerdem sollte man darauf achten, dass ein möglichst großer geschlossener Rechteckbereich entsteht, getrennte städtische Bereiche aus mindestens drei Plättchen bestehen und die Verkehrswege nur wenige offene Enden haben. All das ist nämlich wertungsrelevant. Das Spiel ist insgesamt nicht schwer zu verstehen und man findet schnell hinein. Trotzdem vermisse ich kleine Hilfskärtchen für die Mitspielenden, die diese Wertungsaspekte noch einmal zusammenfassen – etwa auch den Hinweis, dass es bei der Verkehrsmittelwertung jeweils maximal fünf Punkte gibt.

Nicht so gelungen finde ich den Vorschlag der Spielanleitung, nach den ersten Partien direkt Gebäudeplättchen mit Spezialregeln hinzuzunehmen. Diese können nämlich dazu führen, dass man in den letzten ein oder zwei Runden die eh schon recht lange Analysephase um mehrere Minuten ausdehnt. Selbst wenn man teils parallel zu den anderen Spielenden überlegt, nimmt das dem an sich recht einfachen und guten Spiel etwas von seiner angenehmen Lockerheit.

Rating: 7/10 ⚄ ⇗

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