Take Time
von Alexi Piovesan und Julien Prothière
Libellud (Redaktion: Matthis Gaciarz, Thomas Cauet, Steffen Trzensky u.a., Vertrieb: Asmodee)
Illustration: Maud Chalmel
Hergestellt in China
ca. 30 €
2 bis 4 SpielerInnen (besser: 3 bis 4)
Schwierigkeit ◼◼◻◻
Jahrgang 2026
The Game, The Mind, Skyteam, Bomb Busters – und jetzt Take Time. Von einem Trend zu sprechen, der die „vollkooperativen“ Spiele ablöst, ist vermessen. Denn auch die Zahl der Spiele, bei denen es grundsätzlich egal ist, ob man es solo oder als Team spielt, wird weiterhin größer. Aber es gibt ergänzend eben auch immer mehr kooperative Spiele, bei denen wir auf uns allein gestellt sind – weil wir uns nicht absprechen dürfen.
Wir müssen Spielkarten an die zwölf Ziffern einer Uhr legen. Und zwar so, dass der Gesamtwert der Karten immer weiter ansteigt – von der Eins bis zur Zwölf. Die Karten legen wir verdeckt und dürfen uns nicht absprechen. Und so wird es spannend – sehr spannend sogar.
Das erste Szenario ist noch ziemlich einfach. Dann gilt die Regel, dass an jedem Slot maximal der Kartenwert 26 liegen darf, noch nicht. Je nach Zahl der Mitspielenden dürfen ohnehin bis zu vier Karten offen gespielt werden. Wenn wir es nicht schaffen, die Challenge zu bestehen, dürfen wir bei jedem weiteren Versuch eine Karte mehr aufdecken – und wir lernen eine ganze Menge.
Die erste Runde schaffen wir mit etwas Glück vielleicht sogar ohne weitere Vorbereitung. Doch schon ab der zweiten Runde wird es kniffliger – mal gilt an einem Slot eine Maximalzahl an Karten, mal darf dort nur eine Farbe liegen, mal muss die Zahlensumme eine bestimmte Spannweite treffen. Jetzt kommen wir zum zweiten Kern des Spiels: die Absprache. Natürlich nicht während des Spielens – sondern bevor die Karten verteilt werden.
Wir denken uns ein Drehbuch aus: eine Abfolge von Schritten. Mit welcher Karte sollte man beginnen? Wo legt man am besten eine offene Karte hin? Welchen Hinweis gebe ich indirekt durch meine Wahl? Da entstehen viele kreative Ideen – so dass die eigentliche Phase des Kartenlegens fast schon in den Hintergrund gerät.
Man könnte behaupten: Take Time mangele es an spielerischem Gehalt und sei eher ein Gespräch über abzuarbeitende Schritte. Selbst wenn das stimmt – das ist gar nicht schlimm. Im Gegenteil: So hat Take Time ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Bomb Busters, The Mind und Co. Klar – wer gar nicht diskutieren mag, ist hier fehl am Platz. Aber für alle anderen ist das schön gestaltete Spiel ein besonderes Erlebnis.
Rating: 8/10 ⚄ ⇗
©Harald Schrapers· games we play 2026