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Toy Battle

5 von 6von Paolo Mori und Alessandro Zucchini

Repos Production (Vertrieb: Asmodee)

Illustration: Paul Mafayon

Hergestellt in China

ca. 30 €

2 SpielerInnen

Schwierigkeit ◼◻◻◻

Jahrgang 2026

Die Ausgangssituation ist archaisch, fast wie bei Schach oder Dame. Ich will mit meinen Spielfiguren gewinnen. Bewegung im Sinne des Weiterziehens einer Figur gibt es nicht. Stattdessen besetze ich von meiner Grundlinie aus Schritt für Schritt neue Posten in Richtung des gegnerischen Hauptquartiers. Je nach Stärke meiner Figur – sie kann bis zu 7 betragen – kann ich gegnerische Figuren schlagen, indem ich meinen Spielstein auf sie lege. Ziel ist es, bis zur gegenüberliegenden Grundlinie vorzurücken, sodass ich im nächsten Zug das Hauptquartier der Gegenseite besetzen kann. Alternativ versuche ich, ein Gebiet zu umkreisen und die dort liegenden Sterne einzukassieren. Damit kann ich vorzeitig gewinnen – oder ich vergleiche meine Sterne mit denen der Gegenseite, wenn wir alle Figuren aufs Brett gebracht haben.

Es ist verblüffend, wie viel Spielspaß beim Sieger des As d’Or – Jeu de l’Année 2026 entsteht, obwohl die Ausgangssituation so klassisch wirkt. Das liegt vor allem an den Sonderfunktionen der Figuren, die auf den Punkt funktionieren. Mit einigen kann man Figuren nachziehen, mit der 0 sogar eine 7 schlagen, und mit der 3 fegt man eine gegnerische Figur vom Nachbarfeld. Es fühlt sich ein wenig wie ein kleiner Schlachtplan an, den man sich zurechtlegt. Gehe ich über den rechten Flügel nach vorne oder doch lieber links? Setze ich meine stärksten Figuren zunächst defensiv zur Sicherung des eigenen Hauptquartiers ein? Oder nutze ich die 4, die per Fallschirm hinter den Linien eingreift, um eine gegnerische Verbindungslinie zu zerstören?

Denn jede Figur, die keine Verbindung mehr zum eigenen Hauptquartier hat, ist außer Gefecht. Von dort kann ich keine neuen Figuren mehr ins Spiel bringen. Dieses Prinzip sorgt für überraschend viele taktische Möglichkeiten – obwohl das Spiel auf den ersten Blick sehr schlicht wirkt.

Taktisch und strategisch hat Toy Battle – der Kampf zwischen Stoffaffen, Quietscheentchen und anderen Spielzeugen – erstaunlich viel zu bieten. Gleichzeitig sorgt der Glücksfaktor dafür, dass das Spiel leicht und dynamisch bleibt. Niemand muss hier Züge weit im Voraus planen. Es geht Schlag auf Schlag – und das macht einfach Spaß.

Rating: 8/10 ⚄ ⇗

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